Pflegekonzept

 

Wir über uns…. Das sind WIR!

 

Im Zentrum der mittelalterlichen Stadt Seßlach im Landkreis Coburg beherbergt

die bereits 1763 gegründete Flender’sche Spitalstiftung in einem denkmalgeschützten Gebäude eine stationäre Altenhilfeeinrichtung. Die Einrichtung wurde 2011 um 19 Plätze erweitert und hält derzeit 47 Pflegeplätze bereit.

Gemeinsame Speiseräume, pflegegerechte Sanitäranlagen, ein Verfügungszimmer,

ein großer Gemeinschaftsraum, der in Funktionsbereiche unterteilt werden kann, eine hauseigene Kapelle, ein Innenhof, Personalräume und Abstellräume stehen in ausreichender Anzahl zur Verfügung.

Detaillierte Angaben zu den Räumlichkeiten finden sich in den Strukturerhebungsbögen.



Bei der Flender’schen Spitalstiftung handelt es sich um eine stationäre Einrichtung der Altenhilfe mit Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI. In das Pflegeheim der Flender’schen Spitalstiftung werden erwachsene Menschen aufgenommen, die im Sinne des § 14 SGB XI pflegebedürftig sind

und/oder Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung aufgrund einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz haben. Es werden auch ältere Menschen aufgenommen, die einen allgemeinen und pflegerischen Unterstützungsbedarf haben.

Pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren mit Behinderung finden ebenfalls Aufnahme in die Flender’sche Spitalstiftung. Voraussetzung hierfür ist, dass der Pflegebedarf eindeutig im Vordergrund steht. Menschen mit Behinderung, bei denen Leistungen der Eingliederungshilfe im Vordergrund stehen, sind von einer Aufnahme ausgeschlossen. Die Flender’schen Spitalstiftung fühlt sich dem christlichen Menschenbild mit der unantastbaren Würde und bedingungsloser Wertschätzung jedes einzelnen Menschen verpflichtet. Die Glaubensausübung der Bewohnerinnen und Bewohner wird durch verschiedene Angebote, z.B. durch Andachten in der hauseigenen Kapelle, unterstützt. Jedoch steht das Haus selbstverständlich auch Bewohner/innen offen, die anderen Konfessionen angehören oder unterschiedliche Weltanschauungen vertreten.

Auf aktiv gestaltete Beziehungen zum Gemeindeleben wird großer Wert gelegt. Dies ist eine wesentliche Grundlage für die hohe Akzeptanz der Einrichtung in der Bevölkerung. Die Grundhaltung der Arbeit und des Umgangs mit den Bewohner/innen sind in einem für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlichen Pflegeleitbild niedergelegt.



Träger dieses Hauses ist die „Flender’sche Spitalstiftung Seßlach“, die ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke durch den Betrieb und die Unterhaltung des Altenheims verfolgt. Es handelt sich um eine örtliche rechtsfähige Stiftung des öffentlichen

Rechts mit Sitz in Seßlach. Die Stiftung wird unentgeltlich von der Stadt Seßlach verwaltet und vertreten. Ausgenommen der Liegenschaft hat die Stiftung keinerlei finanzielle Rücklagen.

 

 

Pflegen und Betreuen ist ein zwischenmenschlicher Beziehungsprozess, der von

gegen-seitiger Achtung und Toleranz getragen wird.

 

Dies verwirklicht die Einrichtung durch eine ganzheitliche Sicht des Menschen, die den Bewohner/Angehörigen/Betreuer mit der jeweils religiösen, sozialen, kulturellen, körperlichen und psychischen Gegebenheit in den Mittelpunkt stellt.

Gesehen werden auch die Mitarbeiter, die ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten und Empfindungen mit einbringen.

Im besonderen Focus der Pflege und Betreuung liegen die Bewohner mit Demenz, die in besonderer Form der Hilfe bedürfen. Unser Augenmerk liegt hier auf einer tagesstrukturierten Betreuung, in der sich ein Bewohner mit Demenz leichter zurechtfindet.

Die Pflege arbeitet hier besonders eng mit der sozialen Betreuung zusammen.

 

Ziele

  • Eine ganzheitliche Sicht des Menschen, die die Individualität, Selbstständigkeit und die Lebensqualität der Bewohner in den Mittelpunkt stellt.

  • Ein sich einstellen auf die besonderen Bedürfnisse von Bewohner mit Demenz durch Bildung kleinerer Bereiche und die Benennung einer Bezugsperson.

  • Eine individuelle, aktivierende Pflege zur Realisierung noch vorhandener Lebensaktivitäten.

  • Eine Pflege und Betreuung, die die bestehenden sozialen Kontakte unterstütz.

  • Eine einheitliche Pflege- und Betreuungsqualität durch die Einbindung von Standards und Prozessbeschreibungen.

  • Einsetzen der notwendigen Hilfsmittel.

  • Eine qualifizierte, christliche Palliativ-Hospizkultur (siehe Konzept).

 

Organisation und Pflege

Pflegen und Betreuen ist ein zwischenmenschlicher Beziehungsprozess, der getragen sein muss von gegenseitiger Achtung und Toleranz. Dies verwirklicht unsere Einrichtung durch ganzheitliche Sicht des Menschen, die den Heimbewohner mit seiner sozialen, kulturellen, körperlichen und psychischen Verfassung in den Mittelpunkt der Überlegungen stellt, aber ebenso den Pflegenden sieht, der sich mit seinen Möglichkeiten und Empfindungen einbringt.

 

Der Pflege-und Betreuungsbereich umfasst 2 Wohnbereiche bzw. „Arbeitseinheiten“, in denen Rüstige, pflegebedürftige Bewohner mit Demenz und Bewohner mit körperlicher und, oder geistiger Behinderung miteinander leben.

Jeder Wohnbereich wird in kleinere Bereiche aufgeteilt und pro Bereich eine Bezugspflege-person benannt. Im Hinblick auf die Behandlungspflege und der Anwesenheitspflicht einer Pflegefachkraft wird es in einigen Fällen bei der Funktionspflege bleiben.

Die Bezugspflegeperson ist Hauptansprechpartner für Bewohner und Angehörigen/Betreuer.

Der Pflege-und Betreuungsbereich ist der Pflegedienstleitung unterstellt.

 

Personalstruktur

 

Unsere Einrichtung beschäftigt derzeit ca. 26 Mitarbeiter in Vollzeit und Teilzeit. Zur Auszubildenden der Altenpflege stehen 2 Planstellen zur Verfügung..

 

 

Mitarbeiterqualifikation

 

Ca. 50 % unserer Mitarbeiter haben eine qualifizierte Fachausbildung oder Zusatzausbildung. Das fundierte Fachwissen und die Fähigkeit zur Teamarbeit werden durch ständige Fort-und Weiterbildungen vertieft.

 

 

Personelle Rahmenbedingungen

 

Dienstplan, Urlaubsplan, Dienstzeiten

Der Wohnbereich untersteht der Pflegedienstleitung. Bei Abwesenheit der Pflegedienstleitung wird diese vertreten durch die stellvertretende Pflegedienstleitung.

 

Die jeweilige Pflegedienstleitung erstellt einen monatlichen Dienstplan ca. 2 Wochen im Voraus für den folgenden Monat. Mitarbeiter können Dienstplanwünsche vor Planung des Dienstes äußern. Danach sind Änderungen nur in besonderen Ausnahmesituationen möglich. Die Pflegedienstleitung muss Änderungen genehmigen.

 

Das Pflegepersonal arbeitet im Schichtdienst. Frühdienst und Spätdienst überlappen sich 15 min., Spätdienst zum Nachtdienst bzw. Nachtdienst zum Frühdienst 1/4 Std. Diese Zeiten gewährleisten die notwendige Informationsübergabe zur optimalen Bewohnerversorgung.

Der Nachtdienst ist mit 1 Pflegefachkraft besetzt.

Alle weiteren Abteilungen regeln ebenfalls in Dienstplan den Personaleinsatz. Als Ergänzung zum Dienstplan erstellt jeder Arbeitsbereich für das Kalenderjahr im Voraus einen Urlaubsplan.

 

Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erfolgt durch eine Pflegefachkraft/Mentor. Den Auszubildenden sind zur Ausbildung Praxisanleitungen mit Weiterbildung und mit stunden weiser Freistellung zugeordnet, unter der Verantwortung der Pflegedienstleitung.

Die Pflegefachkräfte sind in den Ausbildungsprozess mit eingebunden.

 

Für Sonderaufgaben zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben der Hygiene, ist eine interne Hygienefachkraft eingesetzt. Sicherheit und Gefährdung am Arbeitsplatz wird von der stellvertretende Einrichtungsleitung wahrgenommen.

 

Seit 2012 ist ein Hygienebeauftragter eingesetzt. Zur Einhaltung einer einheitlichen Pflegequalität sind Expertenstandards eingeführt. Notwendige Pflegestandards und ein Hygienehandbuch werden erarbeitet und erstellt.

 

Für eine fachlich qualitative Palliativ-Hospizkultur ist eine Mitarbeiterin als Multiplikator ausgebildet.

 

Zum Pflegemanagement gehört das Controlling, die Einhaltung von Teambesprechungen, Durchführung von Fallbesprechungen, Umsetzung weiterer Entwicklungen, Mitarbeit im Qualitätmanagement und bei der Zielvereinbarung, Überprüfung der Wirtschaftlichkeit, Arbeitsabläufe organisieren und strukturieren, Personaleinsatz nach Qualifikation und Arbeitsanfall zu optimieren, Zusammenarbeit mit anderen Bereichen, Erstellung und Auswertung von Statistiken zur weiteren Entwicklung der Pflegequalität.

 

Aufgaben der Pflege

 

  • Grundpflege/allgemeine Pflege

  • Behandlungspflege/spezielle Pflege

  • Soziale und seelsorgliche Begleitung

  • Begleitung von Bewohnern mit Demenz

  • Begleitung Schwerstkranker und Sterbender

  • Erstellen und Weiterführen der Pflegedokumentation

  • Ärztliche Assistenzaufgaben

  • Zusammenarbeit mit Angehörigen/Betreuer

  • Zusammenarbeit mit weiteren internen und externen Bereichen

  • Die Pflege und Betreuung von Bewohnern mit Demenz zieht sich durch alle Aufgabenbereiche.

Einrichtungsleitung

 

Die Leitung erfüllt Aufgaben der Betriebs- und Wirtschaftsführung, der Koordination der Leistungsbereiche und der Mitarbeiterführung. Sie schafft Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, dass die Heimbewohner die Leistungen in entsprechender Qualität erhalten.

Der Leitung obliegen die offiziellen Kontakte nach außen, die Öffentlichkeitsarbeit, die Zusammenarbeit mit dem Bewohnerführsprecher, Ehrenamtliche sowie die Mitarbeit in entsprechenden Gremien, einschließlich regelmäßigen Besprechungen mit dem Träger. Sie organisiert regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen zum Ziele der gegenseitigen Information.

Kontinuierliche Qualitätssicherung durch den Qualitätszirkel und konzeptionelle Weiterentwicklung der Einrichtung und der weiterführenden Angebote sind Aufgaben der Einrichtungsleitung.

Sie wird vertreten durch die Pflegedienstleitung und den Sicherheitsbeauftragten.

 

Verwaltung

 

Eine qualifizierte Mitarbeiterin erledigt die vor Ort anfallenden Verwaltungstätigkeiten. Einen Teil der Verwaltungstätigkeiten erledigt eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

 

 

Besprechungsstrukturen und Besprechungsplan

 

Da in unserem Haus viele Berufsgruppen zum Wohle der Bewohner miteinander arbeiten, wird Wert auf einen regelmäßigen Informationsaustausch gelegt.

Die Besprechungstermine sind im Dienstplan koordiniert.

 

Einmal im Monat findet ein Qualitätszirkel und Teamsitzungen statt.

 

Darüber hinaus steht es der Pflegedienstleitung, sowie der Einrichtungsleitung frei, interne Besprechungen anzusetzen. Kurzbesprechungen zwischen Heimleitung/Pflegedienstleitung finden täglich statt. Im Pflegedienst gibt es bei jedem Schichtwechsel eine Übergabe, in der spezielle Probleme, ggf. Fallbesprechungen stattfinden.

 

 

Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter, Einarbeitung

 

Es wird sehr viel Wert auf die Fort-und Weiterbildung der einzelnen Mitarbeiter gelegt. So gibt es für alle Berufsgruppen des Hauses sowohl interne Fortbildungen als auch die Möglichkeit, an externen Weiterbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Extern erworbene Kenntnisse werden an alle übrigen Mitarbeiter weitervermittelt.

 

Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erfolgt nach einer festgelegten Checkliste. Die Einarbeitungsphase dauert 6 Wochen. Dem neuen Mitarbeiter wird eine Bezugsperson zugeteilt. Verantwortlich für die Einarbeitung ist die diensthabende Schichtleitung.

 

Welche Qualität eine Dienstleistung auszeichnet, ergibt sich aus der Übereinstimmung der tatsächlich erbrachten Leistung mit den Wünschen und Erwartungen, die Bewohner, Angehörige oder Mitarbeiter an unsere Dienstleistung stellen.

Dabei sind die gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe nach SGB XI nur eine Mindestanforderung.

Qualitätssicherung in unserer Einrichtung nach SGB XI

 

Qualität ist das Maß an Übereinstimmung zwischen formulierten und tatsächlich erreichten Zielen. In einem Verbesserungsprozess wollen wir im Rahmen des systematischen Qualitätsmanagement durch den Qualitätszirkel und einer jährlichen Begutachtung durch den MDK und das Amt für Senioren, unsere Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität steigern.

 

 

Unser Qualitätswesen beinhaltet folgende Qualitätsebenen:

 

Besondere Arbeitsschwerpunkte sind dabei im Folgenden aufgeführt:

 

Strukturqualität:

  • Die Strukturqualität bezeichnet generell die Rahmenbedingungen für unser Heim(Betriebstyp, materielle und personelle Ausstattung).

Prozessqualität

 

  • Die Prozessqualität bezieht sich auf den Versorgungs- und Pflegeablauf. Leistungen sind durch Arbeit nach Standards und exakter Dokumentation nachvollziehbar.

Ergebnisqualität

  • Ergebnisqualität beschreibt den Gesundheits-und Zufriedenheitsgrad des Bewohners. Hierbei geht es um den Vergleich der geplanten Ziele mit dem tatsächlich erreichten Zustand.

  • Bei Abweichung des Ist-Zustandes vom Soll-Zustand werden die Ursachen ermittelt und adäquate Maßnahmen eingeleitet.

  • Beziehungsqualität: zu unseren Bewohnern ist geprägt von Achtung, Verständnis und Toleranz.

 

Leistungsbeschreibung

  • Externer Anbieter: Firma Jöckel – Wäscherei

Beschreibungen siehe Anhang

Firma Fürst – Reinigung

 

Arbeitsablaufstandards

 

  • Für alle Abteilungen werden Prozesse und Standards entwickelt, die Arbeitsabläufe so beschreiben, dass auch neue Mitarbeiter diese ausführen können. Insbesondere Tätigkeiten, die Schnittstellen zwischen einzelnen Abteilungen betreffen, sind hierdurch geregelt.

 

Arbeitsschwerpunkte

 

  1. Im Bezug auf die Bewohner

  • besondere Unterstützung in der Eingewöhnungsphase

  • Biographie orientierte individuelle Pflegeplanung

  • Erhalten vorhandener Selbstversorgungsmöglichkeiten und Reaktivierung solcher, die

verloren gegangen sind.

  • Pflege verbaler und nonverbaler Kommunikation

  • Unterstützung räumlicher, zeitlicher und situativer Orientierung

  • Abbau von Ängsten

  • Angebot von Orten des Wohnens und der Begegnung, durch Schaffung von wohnlichem Ambiente

  • Pflege nach Prozessen und Pflegestandards

  • Zusammenarbeit mit dem Bewohnerführsprecher

  • Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfen

  • Soziale Betreuung (siehe Konzept)

 

  1. In Bezug auf die Mitarbeiter/innen

• Regelmäßige Team- und tägliche Übergabegespräche / Teambesprechungen

  • regelmäßige Überprüfung der Schichtbesetzung und Dienstzeiten

  • Überprüfung – Optimierung von Arbeitsabläufen

  • Organisation von hausinternen Fortbildungen und Tagungen

  • Bekanntmachung externer Fortbildungsangebote

  • Kontaktpflege zu qualitätsprüfenden Instanzen wie Heimaufsicht, MDK, Pflegekassen etc.

  • Leistungserfassung der einzelnen pflegerischen Tätigkeiten, fachgerechte Pflegedokumentation und überprüfbare Pflegeplanung

  • Dokumentation und Überprüfung der Qualitätssicherungsmaßnahmen

  • Vorbereitung auf Prüfungen durch den MDK oder die Heimaufsicht durch regelmäßige Qualitätskontrollen

  • Enge Zusammenarbeit zwischen interner Qualitätssicherung und eines hauseigenen Hygienebeauftragten (Schulung Herr Phillips)

 

  1. Konzept hauswirtschaftliche Versorgung

• Wird aktuell nach folgenden Kriterien erarbeitet:

 

3.a. Speisenplanung

 

˚ Ernährung/Vollverpflegung

˚ Getränkeversorgung -> Wasser frei

˚ Feiern persönlicher Feste -> möglich

˚ Tisch- und Esskultur -> Schöpfsystem in den Speisesälen/Tablett in den Zimmern

˚ Raum- und Geräteausstattung der Küche ->erneuert

˚ Regionale, nationale und internationale Küche ->Motowochen

˚ Einkaufs- und Lagerungsplan -> vorhanden

˚ EG-Verordnung 852/2004 über Lebensmittelhygiene (ehemals deutsche Lebensmittelhygieneverordnung HACCP)

˚ Kostenvorgaben

˚ Feierlichkeiten über das Jahr hinweg -> siehe Plan

˚ Einflussnahme der Bewohner auf die Speisenplanung, etwa regelmäßige Befragung der Bewohner

˚ Umgang mit Beschwerden

 

3.b. Speisenzubereitung

 

˚Catering bis auf Weiteres / Neustrukturierung

 

3.c. Getränkeversorgung

 

˚ Welche Getränke sind für die Bewohner kostenlos und können unbegrenzt getrunken werden

˚ Welche Getränke müssen bezahlt werden? Sind die Preise bekannt?

˚ Können nach Wunsch des Bewohners schnell Getränke beschafft werden?

 

3.d. Reinigung

 

Vergabe Firma FürstGmaH&Co.KG

Jäckstraße 33

96052 Bamberg

 

  1. Nach außen

  • Beteiligung an der Vernetzung von Dienstleistungen in der Gemeinde

  • Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Berufsgruppen

  • Angehörigenarbeit

  • Ehrenamtlichenbetreuung

Qualitätskontrollen – Qualitätszirkel

Durch Sozialhilfeträger, MDK, Gewerbeaufsicht, Einrichtungsleitung, Amt für Gesundheit, TÜV, Feuerwehr, Berufsgenossenschaft etc. erfolgen bereits externe Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen.

Eine weitere Maßnahme zur Qualitätssicherung ist die Einsetzung von hausinternen Qualitätszirkeln und das Festlegen von Zuständigkeiten und Verantwortung im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems. Qualitätszirkel analysieren regelmäßig einrichtungsinterne Arbeitsabläufe und die Betriebsorganisation. Prozesse und Standards werden überarbeitet und den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Die Bewohnervertretung, Angehörige und Betreuer sind in unsere Definition von Qualität im Haus einbezogen.

Pflegemodell

Die Grundlagen der Pflege und Betreuung basieren auf dem Pflegemodell nach M. Krohwinkel.

 

 

Das Pflegemodell nach Krohwinkel

Grundlage des pflegerischen Handelns in der Flender’schen Spitalstiftung

ist die sogenannte „Fördernde Prozesspflege“ nach Monika Krohwinkel. Die

Pflegewissenschaftlerin Monika Krohwinkel hat verschiedene Pflegetheorien

aufgegriffen und zu einem alle Bereiche des menschlichen Lebens umfassenden

Konzept weiterentwickelt. Dieser ganzheitliche Ansatz in der

Pflege, Betreuung und in der Begegnung mit den Bewohner/innen ist für

die Mitarbeiter/innen handlungsleitend.

Wichtigstes Element des Pflegemodells von Krohwinkel sind die 13 sogenannten

ABEDLs (Aktivitäten, Beziehungen und existentielle Erfahrungen

des täglichen Lebens), die Fähigkeiten, Ressourcen und den Unterstützungs-

und Pflegebedarf des Menschen abbilden. Diese ABEDLs, die nachfolgend

aufgeführt, reflektiert und in Bezug gesetzt werden zum pflegerischen

Handeln in der Flender’schen Spitalstiftung, stehen in enger Beziehung

zueinander und sind nicht hierarchisch gegliedert:



• Kommunizieren können

Kommunikation ist ein unverzichtbares, wesentliches Element sozialer Beziehungen

und findet im zwischenmenschlichen Bereich ständig auf verschiedenen

Ebenen verbal und nonverbal statt. Menschen mit Pflegebedarf,

der oftmals mit einer Einschränkung der (verbalen) Kommunikationsfähigkeit

einhergeht, sind in besonderem Maße darauf angewiesen,

dass das Umfeld sensibel und empathisch auch nonverbale Signale, v.a.

Zeichen von Schmerz und mangelndem Wohlbefinden wahrnimmt und

darauf reagiert.

Die Kommunikationsfähigkeit der Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen

sowie die Wahrnehmungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen zu fördern und zu

schulen ist für uns tägliche Aufgabe.



• Sich bewegen können

Sich selbstständig bewegen zu können ist Voraussetzung für eine von anderen

Menschen weitgehend unabhängige, selbstbestimmte Lebensführung.

Kennzeichen von Pflegebedürftigkeit ist häufig der Verlust oder zumindest

die Einschränkung dieser eigenständigen Bewegungsfähigkeit.

Erschwert sind dadurch u.a. die Aufnahme sozialer Kontakte, die Durchführung

der Körperpflege und die Ausscheidung. Gleichzeitig gehen konkrete

gesundheitliche Gefährdungen mit der Bewegungseinschränkung

einher. Nicht nur die Sturzgefahr, sondern auch die Gefahr des Wundliegens

oder die Gefahr von Kontrakturen steigt. Hieraus ergeben sich wesentliche

pflegerische Aufgaben. Auf Basis der Expertenstandards werden

individuell abgestimmte Prophylaxen (z.B. Sturz-, Dekubitus- und Kontrakturenprophylaxe)

geplant, durchgeführt und dokumentiert.

Auf die Förderung der Mobilität, des Gleichgewichts und der Bewegungsfähigkeit

wird großer Wert gelegt. Freiheitsentziehende Maßnahmen wie

Fixierungen u.ä. entsprechen nicht unserem Bild eines achtungsvollen,

menschenwürdigen Umgangs mit den Bewohner/innen. Sie werden allen

falls bei akuter Fremd- oder Selbstgefährung, die keine andere Lösung zulässt,

kurzfristigund vorübergehend und unter strenger Beachtung rechtlicher

Bestimmungen angewandt.



• Vitale Funktionen des Körpers aufrechterhalten können

Vitalfunktionen wie Atmung und Herzschlag laufen bei gesunden Menschen

weitestgehend unwillkürlich ab und sind, wie die Bezeichnung deutlich

macht, Voraussetzungen des menschlichen Lebens. Sobald Störungen eintreten,

ist die Lebensqualität beeinträchtig oder gar das Leben selbst bedroht.

Zentrale Aufgabe der Pflege ist somit, die Vitalfunktionen aufmerksam zu

beobachten und auf Störungen mit adäquatem pflegerischen Handeln zu

reagieren bzw. bei Bedarf ärztliches Handeln zu veranlassen. Absolutes

Primat hat dabei das Wohlbefinden und das Selbstbestimmungsrecht des

Bewohners/der Bewohnerin.

Naturgemäß neigt sich bei Bewohner/innen eines stationären Altenpflegeheims

die Lebensspanne dem Ende zu. Pflegepersonen müssen geschult

sein, zu beurteilen, ob bei einem Nachlassen oder bei ernsthaften Störungen

der Vitalfunktionen ein Sterbeprozess begonnen hat, den es gilt, würdevoll

zu begleiten, oder ob ärztliche und/oder pflegerische Interventionen

zum Erhalt der Vitalfunktionen geboten sind. Bei dieser möglicherweise

schwierigen Gratwanderung sind Patientenverfügungen und Einschätzungen

von Angehörigen unbedingt einzubeziehen. Team- und/oder ethische

Fallbesprechungen werden bei Bedarf einberufen.

Bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit und der ständigen

Begegnung mit Tod und Sterben werden die Pflegenden durch Fortbildung,

Gespräche und bei Bedarf mit Supervision unterstützt.



• Sich pflegen können

Einschränkungen in der Fähigkeit, sich selber pflegen zu können, gehen

einher mit dem Verlust der eigenen Autonomie, mit Abhängigkeit und mit

dem Gefühl des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit.

Pflege ist naturgemäß die zentrale Aufgabe eines Altenpflegeheims. Somit

kommt dieser ABEDL herausgehobene Bedeutung zu.

Die Beherrschung der fachlichen und „handwerklichen“ Fähigkeiten wie

Waschen, Hautpflege, Mundpflege sowie Beobachtungen von Veränderungen

im körperlichen Pflegezustand ist selbstverständliche Grundlage. Die

vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen der Bewohner/innen werden

genutzt, um die Selbstständigkeit und Eigenaktivität bei der Körperpflege

so lange und so weit wie möglich zu erhalten. Die Achtung vor der Würde

der Menschen gebietet größtmögliche Sensibilität v.a. bei Pflegehandlungen,

die den Intimbereich betreffen. Auf individuelle Gewohnheiten und

Bedürfnisse wird Rücksicht genommen.

Fachkräfte leiten Hilfskräfte zuverlässig an, interne und externe Fortbildungen

werden nach dem individuellen Wissensstand der Pflegenden

systematisch durchgeführt.

Pflege bedeutet jedoch weit mehr als rein körperliche Verrichtungen. Die

Verbindung z.B. zu den ABEDLs „kommunizieren können“, „sich bewegen

können“, ist offensichtlich. Körperpflege bedeutet immer auch verbale und

Pflegekonzeption Flender’sche Spitalstiftung Seßlach, Bearbeitungsstand 1-2011 7

nonverbale Kommunikation, Berührung, Aktivierung und Bewegung und

kann somit therapeutisch wirksam werden. Dies wird den Pflegenden immer

wieder ins Bewusstsein gerufen.



• Sich kleiden können

Für nicht pflegebedürftige Menschen ist es eine kaum reflektierte Selbstverständlichkeit

morgens die Kleidung auszuwählen, die dem persönlichen

Geschmack entspricht und die der Jahreszeit und besonderen Anlässen

gerecht wird. Vor dem Zubettgehen wird die individuell bevorzugte Nachtbekleidung,

Schlafanzug oder Nachthemd, angezogen. An dieser Normalität

orientiert sich die Pflege in der Flender’schen Spitalstiftung.

Bewohner/innen werden darin unterstützt, möglichst selbstständig die

tägliche Kleidung auszuwählen und anzulegen. Ein Wechsel von Tag- und

Nachtkleidung unterstützt den gerade bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen

gestörten Tag- und Nachtrhythmus. Angehörige und Bezugspersonen

werden bei Bedarf einbezogen, um individuelle Vorlieben ausfindig

zu machen.



• Ausscheiden können

Hier besteht ein enger Bezug zur ABEDL „Sich pflegen können“ und „Sich

bewegen können“. Pflegerische Aufgabe ist es, die physiologischen Funktionen

zu kennen, zu beobachten und zu fördern und auf Störungen zu

reagieren.

Bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen wird besonders sensibel auf

Zeichen von Stuhl- und Harndrang geachtet. Ist die Verwendung von Inkontinenzartikeln

erforderlich, ist die Wahrung der Intimsphäre und der

Würde oberstes Gebot.

Der Expertenstandard Kontinenzförderung wird angewandt.



• Essen und Trinken können

Das Sprichwort „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.“ bringt

die Bedeutung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme auf den Punkt.

Auch hier können Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen individuell

und je nach Kulturkreis sehr unterschiedlich sein. Im Rahmen der in einem

stationären Pflegeheim gegebenen Möglichkeiten werden diese individuellen

Gewohnheiten berücksichtigt.

Essen und Trinken bedeutet auch Geselligkeit und Gemeinsamkeit. Die

Nahrungsaufnahme findet deshalb nur im Ausnahmefall in den Bewohnerzimmern

statt.

Die Zubereitung von Mahlzeiten hatte in der Generation der heute pflegebedürftigen

alten Menschen, v.a. der Frauen, einen hohen Stellenwert.

Soweit möglich, werden Bewohner/innen an den damit verbundenen Tätigkeiten,

z.B. Tisch decken, Kuchen backen u.ä. beteiligt.

Die Selbstständigkeit der Nahrungsaufnahme wird gefördert und unterstützt.

Wenn Bewohner/innen dazu nicht mehr in der Lage sind, werden

sie einfühlsam und unter Beobachtung der jeweiligen Befindlichkeit dabei

unterstützt.

Bei Verweigerung der Essensaufnahme wird geforscht, welche Ursachen,

z.B. Zahnschmerzen, drückende Prothesen o.ä. zugrundliegen können und

wie die Hindernisse beseitigt werden können.

Verweigerung der Nahrungsaufnahme kann auch Zeichen eines physiologischen

Sterbeprozesses sein. Ähnlich wie bei den Vitalfunktionen muss

auch in diesem Fall sorgfältig und unter Einbeziehung von Ärzten, Angehörigen

und Patientenverfügungen abgewogen werden, ob ein einsetzender

Sterbeprozess palliativ begleitet wird oder ob möglicherweise eine parenterale

Ernährungssonde indiziert ist.



• Ruhen, schlafen und entspannen können

Ein gesunder Schlaf ist schon bei nicht pflegebedürftigen Menschen keine

Selbstverständlichkeit und ist bei Bewohner/innen im Pflegeheim, bei denen

z.B. demenzbedingt der Tag- und Nachtrhythmus gestört sein kann,

oftmals nicht gegeben.

Pflegerisches Handeln fördert den Schlaf durch Beachtung individueller

Gewohnheiten, durch eine klare Tagesstruktur, durch Förderung der Tagesaktivität,

durch eine entsprechende Beleuchtung und durch eine Phase

des „Zur-Ruhe-Kommens“ am Abend.

Schlaf kann auch gestört sein durch Schmerzen, Depressionen und andere

Beeinträchtigungen des Wohlbefindens. Pflegende achten auf entsprechende

Hinweise und versuchen, die Ursachen zu beseitigen.

Medikamentöse Interventionen erfolgen nur nach strenger Indikation und

auf ärztliche Anweisung.

Können trotz aller Bemühungen Bewohner/innen nachts nicht in den

Schlaf finden, wird ihnen auch zu ungewohnter Stunde die Möglichkeit

zum Auf- und Wachsein gegeben, z.B. durch das Angebot eines „Nacht-

Cafés“.



•Sich beschäftigen und sich entwickeln können

Das Leben der Generation der Menschen, die heute in Pflegeheimen leben,

war überwiegend geprägt durch Arbeit. Tätig sein und sich beschäftigen

können entspricht einem menschlichen Grundbedürfnis. Die Rahmenbedingungen

eines Pflegeheims und die mit einer Pflegebedürftigkeit einhergehenden

Einschränkungen bergen die Gefahr, dass dieses Grundbedürfnis

nach sinnvoll empfundener Tätigkeit nicht genügend Raum findet.

Deshalb wird mit besonderer Sensibilität und Kreativität nach Möglichkeiten

gesucht, wie und wo sich Bewohner/innen trotz vorhandener Einschränkungen

betätigen können.

Im Betreuungskonzept wird hierzu Näheres ausgeführt.



•Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten können

Die Identität und Biografie jedes Menschen wird wesentlich von seinem

Geschlecht geprägt. Dies wirkt selbstverständlich im Alter und bei Pflegebedürftigkeit

fort. Verbindungen bestehen besonders zu dem ABEDLs

„Sich pflegen können“, „Sich kleiden können“ und „Sich beschäftigen und

entwickeln können“.

Pflege greift immer in die Privat- und Intimsphäre der Menschen ein und

ist mit höchstem Respekt vor der sexuellen und kulturellen Identität der

pflegebedürftigen Bewohner/innen durchzuführen. Individuelle Gewohnheiten

werden erfragt und berücksichtigt.

Zu respektieren ist, dass auch Menschen im Alter und bei Pflegebedürftigkeit

körperliche und sexuelle Bedürfnisse haben. Von beiden Seiten gewollte

(körperliche) Beziehungen von Bewohner/innen untereinander werden

als Ausdruck von Lebensqualität zugelassen und gefördert. Der

Schutz der Bewohner/innen vor sexuellen Belästigungen wird gewährleistet.

Die Bekleidung wird gemäß den individuellen Wünschen geschlechtsspezifisch

gewählt. Auf eine „Einheitskleidung“ wie Jogginganzüge oder Ähnliches

wird verzichtet, es sei denn, es wird ausdrücklich von den Bewohner/

innen gewünscht.

Bei Beschäftigungen werden Frauen und Männern biografisch bedeutsame

geschlechtsspezifische Angebote gemacht.



•Für eine sichere/fördernde Umgebung sorgen können

Das Bedürfnis nach Sicherheit gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen.

Der Umzug und Aufenthalt in einem Pflegeheim ist eine Ausnahmesituation

im Lebenslauf und oftmals begleitet von Unsicherheit und

Ängsten. Aufgabe der Pflege- und Bezugspersonen ist also für Sicherheit

zu sorgen, sowohl emotional als auch vor konkreten Gefahren der Umgebung.

Die Bewohner/innen sollen sich zuhause und geborgen fühlen. Verletzungsgefahren

und Gefährdungen durch Einrichtung, Umgebung, Weglaufen

und unsachgerechte Pflege werden vermieden.

Orientierungshilfen durch Farbgebung, Symbole, jahreszeitliche Dekoration,

Beleuchtung u.ä. unterstützen die Bewohner/innen und vermitteln Sicherheit.

Die Sturzprophylaxe hat einen hohen Stellenwert.



•Soziale Kontakte, Beziehungen und Bereiche sichern und gestalten

können

Menschliche Existenz und Lebensqualität beruhen wesentlich auf sozialen

Beziehungen und Kontakten. Solange Menschen aktiv im Leben stehen,

sind soziale Kontakte zur Familie, zu Kolleginnen und zu Kollegen und zum

Freundeskreis meist selbstverständlich, werden gepflegt und aufrechterhalten.

Im Alter, bei Pflegebedarf und beim Einzug ins Pflegeheim reduzieren

sich diese wichtigen Kontakte nach und nach und können von den Bewohner/

innen oftmals nicht mehr aktiv aufrechterhalten werden.

In der Flender’schen Spitalstiftung wird deshalb auf intensive Angehörigenarbeit

großer Wert gelegt. Angehörige und Freunde sind jederzeit willkommen

und werden auf Wunsch und nach Möglichkeit in das Alltagsleben

und/oder in die Pflege integriert.

Sind keine Angehörigen da, von denen die Bewohner/innen Besuch bekommen,

wird nach Möglichkeit ein ehrenamtlicher Besuchsdienst organisiert.

Der Gemeinschaftssaal der Flender’schen Spitalstiftung ist ein wichtiger

Baustein im sozialen Gefüge und soll auch dazu dienen, durch öffentliche

Veranstaltungen die Beziehungen nach „draußen“ aufrechtzuerhalten und

Leben in die Einrichtung zu bringen.



•Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen können

Krohwinkel hat diese ABEDL aufgeteilt in die beiden Aspekte:

- die Existenz gefährdende Erfahrungen

- die Existenz fördernde Erfahrungen

Der Begriff Existenz bedeutet „Dasein“. Im pflegerischen Kontext der Altenhilfe

sind wesentliche existentielle Erfahrungen das Erleben von Pflegebedürftigkeit,

der Verlust der Selbstständigkeit und der eigenen Wohnung,

Krankheit, Sterben und Tod. Diese existentiellen Erfahrungen werden im

allgemeinen gesellschaftlichen Kontext überwiegend negativ bewertet und

würden vermutlich spontan meist dem Aspekt „die Existenz gefährdende

Erfahrungen“ zugeordnet werden.

Tägliche Aufgabe und Herausforderung für Mitarbeiter/innen und Bewohner/

innen ist die Auseinandersetzung und Konfrontation mit diesen „die

Existenz gefährdenden Erfahrungen“. Je nach Menschen- und Weltbild und

je nach aktuellem Gesundheitszustand kann diese Auseinandersetzung

und eine mögliche Sinnfindung individuell sehr unterschiedlich aussehen.

Den Pflegenden steht es nicht zu, über Weltanschauung, Lebensführung

oder religiöse Überzeugungen der Bewohner/innen zu urteilen. Herausragende

und anspruchvollste Aufgabe eines Altenpflegeheims ist es jedoch,

trotz und gerade angesichts der dominierenden „Existenz gefährdenden

Erfahrungen“ für größtmögliches Wohlbefinden der Bewohner/innen zu

sorgen und „die Existenz fördernde Erfahrungen“ dagegen zu setzen. Verbindungen

sind zu allen vorherigen ABEDLs zu sehen. Hinzu kommt der

spirituelle Aspekt. Bewohner/innen werden sensibel unterstützt bei der

Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit und der Sinnfrage des

Werdens und Vergehens. Dies setzt bei den Pflegepersonen eine persönliche

Reife voraus, die nicht naturgemäß und jedem gegeben ist. In Teamgesprächen

und Fortbildungen wird deshalb die Möglichkeit zum Austausch,

zur Auseinandersetzung und zur Reflektion geschaffen. Somit

kann im Erleben der existentiellen Erfahrungen auch Kraft und Stärke erwachsen,

die zu persönlichem Wachstum und Reife bei Pflegekräften und

Bewohner/innen führt.

Der Sterbeprozess wird unter Einbeziehung der Bezugspersonen einfühlsam

und sensibel begleitet. Die hauseigene Kapelle wird für die Aussegnung

und als Aufbahrungsraum genutzt und ermöglicht die Verabschiedung in einem würdevollen Rahmen.

Der Pflegeprozess

 

Unser Pflegeverständnis basiert auf einem ganzheitlichen Menschenbild.

Unser Wunsch ist es, den Menschen seiner Individualität entsprechend zu unterstützen und zu fördern. Dabei berücksichtigen wir seine körperlichen Fähigkeiten, seine Geschichte und sein soziale Umfeld. Pflegerisches Handeln verfolgt konkrete Zielsetzungen: erhalten, Fördern und Befähigen, Stabilisieren und Wiedererlangen.

 

Dies zu erreichen beinhaltet:

  • Im Interesse der Person handeln

  • Für eine ansprechende Umgebung sorgen

  • Die Personen begleiten und fördern

  • Die Personen beraten und anleiten

 

Gliederung des Pflegeprozesses

 

Informationssammlung

Durch ein Erstgespräch vor dem Einzug, das Stammblatt, eine gründliche Pflegeanamenese mit allen Fähigkeiten, Ressourcen, Bedürfnissen sowie eine Biographie, die für die individuelle Pflege und Betreuung notwendig ist, erhebt die Pflegefachkraft die Daten.

Planung

 

Daraus folgt die zielgerichtete Pflegeplanung. Sie wird soweit wie möglich, gemeinsam mit Heimbewohnern und Angehörigen/Betreuern erstellt. Die am Pflegeziel orientierten Maßnahmen und das Erreichen der Ziele werden laufend überprüft und aktualisiert. Es wird dokumentiert, wer was gemacht hat.

 

 

Dokumentation

 

Die Durchführung wird per Handzeichen dokumentiert und nachgewiesen. Im Pflegeverlaufsbericht werden Veränderungen, Beobachtungen, Befindlichkeiten sowie besondere Vorkommnisse notiert, um den kontinuierlichen Pflegeverlauf darzustellen.

 

 

Evaluation

 

Jede Pflegeplanung und die gesamte Dokumentation werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Die PDL legt fest, wer und wann überprüft und was Inhalt der Prüfungen ist.

 

 

Medikamentenblatt/Arztinformation

 

Hier sind alle Verordnungen durch den Hausarzt vermerkt, ebenso Informationen an den Arzt.

 

 

Risikomanagement

 

Besondere Risiken für den Bewohner, vor allem bei Dekubitusgefahr, bei Ess- und Trinkstörungen, Sturzgefahr, Kontrakturgefahr, bei Wunden und Schmerzen sind in der Risikoerhebung festgehalten und in der Planung berücksichtigt.

 

 

Freiheitsentziehende Maßnahmen

 

Die Berechtigung und die Durchführung sind entsprechend belegt und dokumentiert (Pflegeplanung und Ordner).

Die Pflegefachkraft ist für die exakte und kontinuierliche Führung der Dokumentation verantwortlich.

Der gesamte Pflegebereich liegt in der Verantwortung der dafür benannten verantwortlichen Pflegekraft.

Die Pflegevisite wird mindestens 1x jährlich für jeden Bewohner durchgeführt, bei Verschlechterung des Zustandes oder bei besonderen Vorkommnissen auch öfter.

Gemeinsam mit Angehörigen/Betreuer –sofern gewünscht- werden Befinden, Angebote, Pflege/Betreuung und Wünsche überprüft und so weit wie möglich angepasst.

Die Pflegevisite wird durchgeführt von der Pflegedienstleitung / stellvertretenden Pflegedienstleitung und angewiesene Pflegefachkraft.

Die einrichtungsspezifische Organisation und Überwachung obliegt der Pflegedienstleitung.

Jede Stationsleitung hat generell die Verantwortung für eine fachlich qualifizierte Dokumentation.

Verantwortlich die Pflegehelfer einzuarbeiten und zu unterweisen, ist der Mentor der Einrichtung. Siehe Prospektiver Fortbildungsplan Herr Imhof.

Soweit möglich, wird die Pflege in Form der Bereichspflege durchgeführt.

Die Dokumentation ist im PC aufgeteilt und den Bezugspersonen zugeordnet, diese sind verantwortlich für die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung. Die Wohnbereichsleitung und die examinierten Fachkräfte überprüfen regelmäßig die gesamte Dokumentation im Rahmen der Bezugspflege.

Die Lebensqualität wird durch das Angebot individueller Aufsteh- und Zubettgehzeiten sowie durch flexible Essenszeiten erhöht.

Wir betrachten die AEDL nicht linear, sondern nutzen sie als ein sehr flexibles Konzept. Sie fließen ineinander über, Eines bedingt das Andere.

/ z. B. Bewegungsproblem in den Armen wirkt sich aus auf Essen, Trinken und

An-/Auskleiden.

Die Individualität und Lebensqualität der Bewohner ist uns sehr wichtig. Wir unterstützen sie durch eine fähigkeitsorientierte Erfassung der Bewohnerdaten, damit die Planung nicht nur problemorientiert wird.

Einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigung der Bewohner leisten die Mitarbeiter in Sozialen Dienst, deren Angebote individuell für jeden Bewohner in dem tagestrukturierten Angebot sichtbar werden.

Unser ethisches Verständnis erfordert in der Sterbebegleitung eine Palliativ-Hospitzkultur, die eine Lebensqualität bis zum Ende im Blick hat und die, die religiösen Praktiken aller Bewohner beachtet und unterstützt. Daher wurde eine Mitarbeiterin speziell palliativ geschult.

Die Mitarbeiter der Pflege arbeiten eng zusammen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern und unterstützen deren Aktivitäten.

Die ehrenamtliche Arbeit wird im Jahr 2012 weiter von der Heimleitung ausgebaut und entwickelt.

Ein Prospektiver Fortbildungsplan wird pro Jahr festgelegt.

Heimleitung und Pflegedienstleitung führen Mitarbeiterfördergespräche durch.

Mitarbeiter aus allen Bereichen „Hauswirtschaft, soziale Betreuung und Pflege“ sind im Qualitätszirkel vertreten, sie arbeiten mit an der Ausarbeitung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements.

 

Zu den Aufgaben im Pflege- und Betreuungsbereich gehören

  • Grundpflege bzw. allgemeine Pflege

  • Behandlungspflege bzw. spezielle Pflege (nach ärztlicher Anordnung), ärztliche Assistenzaufgaben

  • Basale Stimulation. Durch die basale Stimulation erzielen wir eine effektivere therapeutische Pflege (Angebote, die Entwicklung und Wahrnehmungsfähigkeiten fördern).

  • Soziale und pastorale Begleitung

  • Betreuung verwirrter Menschen. Diese erfordert eine besondere Fortbildung, die Vorgehensweise wird im Team besprochen und in der Dokumentation festgehalten.

  • Begleitung Schwerstkranker und Sterbender. Wir sehen dies als eine wesentliche Aufgabe. Betroffene und Angehörige sollen sich angenommen wissen und sicher sein, dass sie nicht allein gelassen werden.

  • Kooperation mit allen anderen Bereichen im Haus.

  • Eine einheitliche Pflegequalität erreichen und unterstützen wir mit Prozessen, Pflegevisiten und Standards. Standards werden in Qualitätszirkel weiter entwickelt.

  • Notwendige Hilfsmittel werden zur Verfügung gestellt (sofern sie nicht von der Krankenkasse bzw. Pflegekasse gestellt werden müssen); die Handhabung wird durch die verantwortliche Pflegekraft gesichert.

  • Begleiten bei Arztvisiten und Koordination von Arztbesuchen außer Haus

  • Einleiten von Sofortmaßnahmen im Notfall

  • Angehörigenarbeit

  • Beratungsangebote



Grundpflege

  1. Körperpflege

  • Ganzkörperpflege eines schwerstpflegebedürftigen Bewohners im Bett

  • Ganzkörperpflege eines teilweise mobilen Bewohners im Bett

  • Duschen mit Hilfestellung

  • Baden pflegebedürftiger Bewohner

  • Körperpflege am Waschbecken mit Hilfe

  • Körperpflege am Waschbecken mit Teilhilfe

  • Teilwäsche mach den Mahlzeiten am Waschbecken

  • Teilwäsche nach Toilettengang

  • Teilwäsche nach den Mahlzeiten im Bett

  • Nassrasur am Waschbecken

  • Nassrasur im Bett

  • Trockenrasur am Waschbecken

  • Trockenrasur im Bett

  • Rasieren eines mobilen Heimbewohners

  • Haarwäsche im Bett

  • Haarwäsche am Becken

  • Fußbad und spezielle Fußpflege

  • Mund- und Zahnpflege

  • Nasenpflege

  • Pflege der Ohren

  • Augenpflege

  • Augenpflege speziell

 

  1. Bekleidung / Wäsche

  • Wechsel der Bekleidung

  • Bett richten

  • Teilwäschewechsel

  • Anleitung beim Wäschewechsel

  • Unterstützung in der Kleiderwahl



  1. Essen und Trinken

  • Bereitstellen von Essens- bzw. Trinkhilfen

  • Hilfestellung und Anleitung beim Essen und Trinken

  • Nahrung mundgerecht zubereiten

  • Flüssigkeitszufuhr außerhalb der Mahlzeiten

  • Flüssigkeitsbilanzierung

  • Zwischenmahlzeiten für Bewohner mit bestimmten Krankheitsbildern

  • Sondennahrung verabreichen durch percutane endoskopische Gastroskopie (PEG)

  • Flüssigkeit über die Sonde verabreichen (PEG)



  1. Hilfestellung bei Ausscheidung

  • Kontinenztraining (Urin) von orientierten Bewohnern

  • Kontinenztraining (Urin) von verwirrten Bewohnern

  • Benutzung des Topfstuhls (Urin/Stuhl)

  • Benutzung der Bettschüssel (Urin/Stuhl)

  • Benutzung der Urinflasche (Frau/Mann)

  • Kontinenztraining Stuhl

  • Versorgung der Heimbewohner mit Inkontinenzmaterial

  • Bilanzierung



  1. Mobilisation

  • Gehübungen unter Anleitung

  • Gehübungen mit Hilfsmitteln

  • Gehübungen mit Unterstützung

  • Gehübungen Treppensteigen

  • Bewegungsübungen

  • Mobilisationsmaßnahmen: Rollstuhltraining

  • Training mit notwendigen Hilfsmitteln

  • Transfer

  • Gymnastikübungen

  • Lagerungen

  • Aufstehen und Zubettgehen

  • Aktivierung aller Bewohner ( auch Schwerstpflegebedürftiger) zum Aufenthalt in den Tagesräumen



f)Prophylaxen

  • Dekubitus Prophylaxe

  • Pneumonie Prophylaxe

  • Thrombose Prophylaxe

  • Kontrakturen Prophylaxe

  • Soor- und Parotitis Prophylaxe

  • Obstipationsprophylaxe

  • Einreibungen

  • Hilfsmitteleinsatz



  1. Behandlungspflege

  • Vitalzeichenkontrolle

Pulskontrolle

Blutdruckmessung

Körpertemperaturkontrolle



  • Medikamente

Medikamente vorbereiten

Medikamente verabreichen

Medikamente durch die Ernährungssonde verabreichen

Einreibungen

  • Atmung

Inhalation

Absaugen von Mund und Nase

Tracheostomapflege

Verabreichung von Sauerstoff

  • Hilfe zur Ausscheidung

Einlauf

Versorgung Anuspraeter

Blasenkatheter legen und wechseln

Blasenkatheter Spülung

  • Blutzuckerkontrolle

  • Wickel

Wadenwickel

Brustwickel

  • Verbände

Verbände steril

Verbandswechsel bei Ulcus cruris

Dekubitus Versorgung

Kompressionsverband

Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen

  • Injektionen

Insulin-Injektionen-subcutan

Heparin-Injektionen

Intramuskulär-Injektionen

  • PEG-Sondenpflege



h)Kontakt zu Ärzten

  • Freie Arztwahl

  • Begleiten der Arztvisiten

  • Koordination von Arztbesuchen außer Haus

  •  

i)Einleitung von Sofortmaßnahmen im Notfall

siehe Standard Verhalten bei Notfällen



j) Intensivpflege Schwerkranker und Sterbender



k) Versorgung Verstorbener

siehe Konzept Palliativ-Hospizkultur, Seelsorge